Ivan

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TT.E.A.M. und TTOUCH
© Linda Tellington-Jones

Ivan"Ivan", ein gerittener und gefahrener lettischer Fuchswallach, wurde von einem Händler gekauft, der ihn aus Russland importiert hat. An beiden Vorderbeinen hat er Narben, die darauf hinweisen, dass er wahrscheinlich in Russland gehobbelt wurde. Im Umgang ist er sehr lieb und ruhig, außerdem lässt er sich auch überall anfassen, selbst das Säubern des Schlauches ist bei ihm problemlos möglich. Am Anfang ging er zwar nicht durch Wasser, aber auch dies hat er mittlerweile gelernt.

Er wird von allen Familienmitgliedern geritten, wobei die Tochter ihn auf Dressurturnieren vorstellt, der Vater ihn fährt und die Mutter auf ihm Reitunterricht nimmt. Die Mutter war auch diejenige, die mich um meine Unterstützung bat, da sie noch nicht ganz sicher im Umgang mit "Ivan" war und sich vor allem durch die Bodenarbeit Hilfe im Alltag und den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen versprach. Hinzu kam, dass die Tochter zukünftig Trail-Turniere gehen wollte, auch hierfür ist die Bodenarbeit eine gute Übung.

Da es den Besitzern vornehmlich darum ging, Vertrauen aufzubauen bzw. verschiedene Hindernisse zu trainieren, haben wir nacheinander diverse Bodenhindernisse geübt.

Angefangen haben wir mit dem Labyrinth in der Führposition des Eleganten Elefanten. Hierbei stellte ich fest, dass "Ivan" rechts steifer ging. Außerdem nahm er das Antreten immer vorweg und konnte nicht lange ruhig stehen bleiben. Vor allem bei der Mutter lief er schon los ohne dass sie ihn dazu aufforderte. "Ach, ich wollte sowieso gerade los..." war ihr Kommentar dazu. Ich erklärte ihr dann erst einmal, dass es wichtig sei, dass "Ivan" lernt, genau auf sie zu hören und auf ihr Signal zu warten, da dies die Grundvoraussetzung für eine gute Kommunikation ist. Zudem kann es in manchen Situationen gefährlich sein, wenn er gerade dies nicht gelernt hat.

Beim Mikado stieß er anfangs häufig gegen die Stangen, weil er unkonzentriert war. Durch Kopfsenken, leichten Signalen an der Kette und dem Abklopfen der Hufe mit dem Gertenknauf wurde dies aber zusehends besser.

Ein Problem der Besitzerin war, dass ihr manchmal selbst die Konzentration und Konsequenz fehlte. Und schon lief "Ivan" manchmal einfach weiter, obwohl er das Signal zum Anhalten bekommen hatte. Ganz deutlich wurde dies später, als wir die Cobra geübt haben. Sie winkte mit der Gerte ohne Nachdruck vor "Ivans" Gesicht herum, worauf sich dieser natürlich nicht genötigt sah, stehen zu beiben. Da wurde auch ihr klar, dass sie konsequenter und energischer mit ihm umgehen musste. Ab diesem Zeitpunkt lief alles besser. "Ivan" bemerkte die Veränderung seiner Besitzerin und hörte ihr zu bzw. achtete auf sie. Bei der Statuenübung konnte sie ihn später auch alleine stehen lassen und in weiten Kreisen langsam oder schnell um ihn herum gehen bzw. laufen. "Ivan" bewegte sich nicht.

Auffällig ist auch, dass "Ivan" nicht mit den Vorderbeinen in Schritt-Position stehen bleiben kann, er steht sofort geschlossen. Da er mit den Hinterbeinen damit keine Probleme hat, führe ich dies auf das Hobbeln zurück, bei dem den Pferden die Vorderbeien zusammengeschnürt werden und es für sie dann unbequem ist, diese lange in Schrittstellung zu halten. Also übten wir mit dem Dingo über eine einzelne Stange zu treten. Dies war am Anfang noch sehr schwierig für "Ivan", ich musste sein Vorderbein einzeln über die Stange setzen und versuchen seine Balance auf dieses Bein zu bringen. Hatte er das mit dem linken Bein geschafft, stand er vor dem Problem dies auch mit dem rechten Bein zu tun. Durch leichtes Schaukeln einen Schritt vorwärts / einen rückwärts klappte es aber schließlich auch. Die Bodenhindernisse ist die Tochter schließlich auch geritten. Dabei haben wir noch einige Hindernisse aus dem Trailbereich (Windbruch, Sackgasse, Slalom um Tonnen usw.) ergänzt. "Ivan" schaffte die ihm bekannten Hindernisse problemlos, sobald er an ein neues kam, wurde er unsicher. Im Zweifel stieg sie ab und zeigte ihm vom Boden aus, was sie von ihm erwartete. Und siehe da - danach war das Bewältigen vom Sattel aus auch kein Thema mehr.

Durch die TTEAM-Arbeit kann "Ivan" mittlerweile nur an einem um den Hals gelegten Seil die Aufgaben durchführen. Die Mutter sagte mir, dass sie es durch die Bodenarbeit auch wesentlich leichter beim Reiten hat, da sie gelernt hat klarere Signale zu geben. Für die Tochter war dann auch der erste Trail-Ritt ein voller Erfolg, nur die Brücke machte "Ivan" noch zu schaffen, es war halt nicht "seine".

Mit dem Vater macht "Ivan" auch Freiarbeit, allerdings nur ein paar Minuten, da er dann gerne wieder seine eigenen Wege geht, aber das ist sicher noch ausbaufähig.

"Ivan" ist kein Problempferd. Er ist ein vielseitig einsetzbares Familienpferd mit eigenem Kopf. Durch die TTEAM-Arbeit sind er und seine Besitzer enger zusammengewachsen und ein gutes (T)Team geworden.

 

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