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TT.E.A.M. und TTOUCH
© Linda Tellington-Jones

Da ich das Glück hatte, in 200 Meter Entfernung zu einem Reitstall zu wohnen, lag natürlich nichts näher, als mit 6 Jahren das Reiten anzufangen. Und wie dort geritten wurde! Mit 18 Pferden in einer Abteilung, immer nur im Kreis herum, und der Tonfall des Reitlehrers erinnerte mehr an eine Kaserne als an eine Reitschule. Die Pferde wurden in engen Boxen oder Ständern gehalten, Weiden gab es nicht. 

AnniMit 18 wurde mir eine Reitbeteiligung an einer Araber-Kaltblutstute angeboten, die in Eigenregie alleine auf einer Wiese mit Offenstall gehalten wurde. Mangels Halle war ab sofort Geländereiten angesagt, was mir und meiner Anni ausgesprochen gut gefiel. 

Stundenlang streiften wir über Wiesen und durch Wälder. Ein Traum! Wenn nur nicht..... ja, wenn nur nicht Annis merkwürdiges Verhalten anderen Pferden gegenüber gewesen wäre. Fremde Pferde quietschte sie an, schlug mit der Vorhand aus, dabei verspannte sie sich total. Nach so einem Treffen konnte ich zu Hause nur noch schnell vom Pferd springen, bevor Anni auch mich angriff. Sie ließ sich dann nicht mehr anfassen, also auch nicht mehr absatteln und abtrensen! So blieb sie manche Stunde mit Sattel und Trense auf ihrer Wiese stehen, bis sie sich beruhigt hatte und ich beides entfernen konnte. Die erste Lösung hieß für mich: ein Pensionspferd musste her. Aber auch mit diesem trat anderen Pferden gegenüber keine Besserung ein. Ein Ausritt wurde zum Risiko, weil ich ja jederzeit auf fremde Pferde treffen konnte. 

MaultouchZu diesem Zeitpunkt hörte ich von Linda Tellington-Jones und ihrer TT.E.A.M.-Methode und belegte einen Kurs. Die Lösung, die mir für Anni angeboten wurde hieß TTouch! Also touchte ich, mal 10 Minuten, mal eine Stunde, gerade so wie ich Zeit hatte. Vor allem Maul- und Ohrenarbeit.

Das Maul, um Annis Gefühle zu beeinflussen, denn sie verspannte die Unterlippe immer sehr, wenn sie so hysterisch war. Die Ohren, um ihrem ganzen Körper etwas Gutes zu tun und vor allem die Atmung zu beruhigen, denn sie hielt in ihrer Hysterie die Luft an. Als ich beim nächsten Ausritt wieder auf Pferde stieß und zu Hause mit einem Satz von meinem um-sich-schlagenden Pferd sprang, versuchte ich mit 2 Fingern an Annis Maul zu kommen und zu touchen. Anni ließ es zu, dort berührt zu werden. Nach 5 Minuten konnte ich den ganzen Kopf und nach 10 Minuten den Körper berühren. Nach 20 Minuten war mein Pferd abgesattelt und -getrenst und ging entspannt auf die Weide! Mit fremden Pferden hat sie zwar heute immer noch Probleme, aber die Auswirkungen kriegen wir nun binnen 5 Minuten in den Griff. TT.E.A.M. hat mir und meinem Pferd das Leben vereinfacht, für mich war es ein Wunder - ein TT.E.A.M.-Wunder würde Linda jetzt sagen....

So habe ich dann 1999 die Ausbildung zum TT.E.A.M.-Practitioner begonnen, die ich 2001 mit Erfolg abgeschlossen habe.

EmilioSeitdem unterrichte ich regelmäßig in Einzelarbeit Pferde, Esel oder Maultiere und deren Besitzer. Ich habe Erfahrung in der Fohlenerziehung und der Ausbildung von Jungpferden zum Reitpferd. Bei Problemen im Umgang, beim Verladen, beim Schmied oder beim Reiten konnte ich schon vielen Besitzern und ihren Pferden helfen.Da Anni seit 2 Jahren den kleinen Esel Emilio als Gesellschafter hat, habe ich auch einige Erfahrungen mit der TT.E.A.M.-Ausbildung von Eseln machen können. 

 

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